Wieviel Wahrheit darf sein?

Die eigentliche Herkunft ist für alle Adoptierten eine existenzielle Frage. Im Allgemeinen wird die Vergangenheit als nicht existent betrachtet, um den adoptierten Kindern einen Neuanfang zu ermöglichen.Teilweise werden sogar noch die Dokumente, die die Namen der leiblichen Eltern, den Status der Geburt und die Umstände, die zur Adoption führten, vernichtet. Argumentiert wird bei dieser Vorgehensweise mit dem Schutz der zu adoptierenden Kinder. Sicher ist das von diesen Behörden einerseits sogar gut gemeint. Andererseits beraubt werden diese Kinder ihrer Identität beraubt.

Beispiel: Die Inkognito-Adoption
Sie soll eine ungestörte Entwicklung des Kindes in der Adoptivfamilie gewährleisten. Damit soll auch verhindert werden, das die leiblichen Eltern irgendwann einmal in die Privatsphäre der Adoptivfamilie eindringen und das Kind verunsichern könnten. Somit sollen auch von vornherein Entwicklungsstörungen bei dem adoptierten Kind vermieden werden.
Diese Anonymität soll aber auch den leiblichen Eltern die Möglichkeit geben, sich schneller mit der, einmal getroffenen Entscheidung zur Adoption, abzufinden und ein neues Leben ohne Konflikte anfangen zu können.
Da jedoch immer mehr Adoptierte früher oder später (nachdem sie von ihrer Adoption erfahren haben) in eine Identitätskrise fallen, werden zunehmend andere Adoptionsformen gefordert.

Das Interesse an den eigenen Wurzeln
Adoptierten haben meist nur wenige Informationen über die leiblichen Eltern, über andere Verwandte überhaupt keine. Adoptierte Erwachsene begeben sich aus den verschiedensten Gründen auf die Suche nach den eigenen Wurzeln:
– medizinische Informationen
– Informationen zu den Umständen der Adoption

 

Geschwistersuche

Bei Adoptionen wird die Herkunft noch vielfach geheim gehalten.
Die eigentliche Herkunft ist für alle Adoptierten eine existenzielle Frage. Im Allgemeinen wird die Vergangenheit als nicht existent betrachtet, um den adoptierten Kindern einen Neuanfang zu ermöglichen.Teilweise werden sogar noch die Dokumente, die die Namen der leiblichen Eltern, den Status der Geburt und die Umstände, die zur Adoption führten, vernichtet. Argumentiert wird bei dieser Vorgehensweise mit dem Schutz der zu adoptierenden Kinder. Sicher ist das von diesen Behörden einerseits sogar gut gemeint. Andererseits beraubt werden diese Kinder ihrer Identität beraubt.

 

Geburtenregisterauszug

In Deutschland hat jeder Adoptierte das Recht ab dem 16. Lebensjahr einen Geburtenregisterauszug zu beantragen. Dieser Registerauszug enthält in der Regel die Namen beider leiblicher Elternteile. Ab dem 18. Lebensjahr kann der/ die Adoption Einsicht in die Adoptionsakte nehmen. Die Adoption schafft ein Eltern-Kind-Verhältnis zwischen dem Adoptierten (Wahlkind) und den Adoptierenden (Wahlvater, Wahlmutter, Adoptiveltern). Ab dem vollendeten 5. Lebensjahr haben Kinder das Recht, vor einer Adoption “gehört” zu werden. Obwohl die UN-Kinderrechtskonvention ein Recht des Kindes auf Kenntnis der leiblichen Eltern vorsieht, fehlt eine ausdrückliche Bestimmung im österreichischen Recht.
Für Mitarbeiter der Jugendämter ist es immer schwer zu entscheiden, wie viele und vor allem welche Informationen sie an die Adoptierten heraus geben sollten.
Wie sollen sie entscheiden, welche Informationen die Adoptierten verletzen oder sie in eine tiefe Lebenskrise stürzen?
Adoptierte wollen auf gar keinen Fall belogen werden, sie fordern die ganze Wahrheit.
Nach der durchgeführten Adoption gelten Adoptierte rechtlich als nicht mehr verwandt mit der Herkunftsfamilie, sie werden zu fremden Personen. 
Oft erhalten Adoptierte auch einen neuen Vornamen, somit eine völlig neue Identität.
Die Suche nach der Herkunft ist deshalb für viele Adoptierte sehr mühselig. 
Für Herkunftseltern ist es sehr schwierig nach ihren Kindern zu suchen. Die Aufdeckung der Adoption kann  nur mit Zustimmung der Adoptiveltern und des Kindes erfolgen.
Diese Regelung wird nicht selten dahingehend missverstanden, dass Adoptiveltern auch gegenüber ihrem adoptierten Kind die Adoption verschweigen oder dessen Versuche, etwas über die eigene Herkunft zu erfahren oder auch Kontakt zu leiblichen Verwandten aufzunehmen, unterbinden dürften. Dem aber ist nicht so.

Das Bundesverfassungsgericht

hat in den letzten Jahren mehrfach entschieden, dass jeder Mensch, auch der Minderjährige, ein Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung hat.
Gelegentlich kommt es noch vor, dass Anfragen der abgebenden Mütter nicht an die Adoptierten, auch wenn sie schon volljährig sind, weitergeleitet werden. Die Ämter meinen, leibliche Mütter hätten keinen Anspruch, dass die Behörden ihnen behilflich sind. 
Adoptierte und Herkunftsmütter haben oft die gleichen Gefühle wie Angst, Schmerz Verzweiflung und Trauer. 
Viele Adoptierte suchen, aufgrund der mangelnden Mithilfe einiger Jugendämter, auf eigene Faust nach ihren Verwandten. 
Es ist erstaunlich, wie erfolgreich sie dabei sein können. Bei der eigenen Suche nach leiblichen Verwandten wenden sich die Suchenden an Meldeämter, Standesämter, Suchdienste usw.
Wenn sich Adoptierte auf die Suche begeben wollen, haben sie mehrere Möglichkeiten:
- Anforderung einer Personenstandsurkunde beim Geburtsstandesamt
- Nachfrage bei der Personenstandsbehörde (Einblick in das Geburtenbuch)
- Antrag auf Auskunft bei Meldeamt nach der Wohnanschrift d. leibl. Eltern
- Antrag auf Einsicht in die Adoptionsakte beim zuständigen Jugendamt

Autor: Chris W.




Prägung durch Adoption

Als Kind müssen/mussten viele Adoptierte ihre Herkunft verleugnen und das gleich in zweifacher Hinsicht.
Einmal, weil „adoptiert -sein” eben nicht die Normalität ist und zweitens, wegen der ursprünglichen Herkunft.

Spätestens als Jugendlicher macht sich ein Adoptierter Gedanken (vorausgesetzt er weiß, dass er adoptiert wurde) aus was für einer Familie er gekommen ist.
Denn eine Adoption hat immer einen Grund, eine Ursache.

Wenn das Umfeld erfährt, dass gerade dieses Kind (z.B. vom Nachbarn) adoptiert wurde, wird meistens so laut über die möglichen Ursachen dieser Adoption spekuliert, dass es der Adoptierte ja auch hört.
Aller spätestens zu diesem Zeitpunkt verliert ein adoptiertes Kind den Anspruch auf die eigene Individualität.

Durch die Gesellschaft und durch sich selbst.
Adoptierte, die nicht sofort nach der Geburt adoptiert werden, erfahren eine erste Prägung in der Herkunftsfamilie.
Nach der Adoption erfolgt eine erste Anpassung an die Adoptiv-Familie.

Die Prägung durch die Adoptiv-Familie erfolgt später, im Laufe vieler Jahre.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: München-Info

 

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Gesetz zur Annahme an Kindes statt

 

(1) Ist der nach den bisher geltenden Vorschriften an Kindes Statt Angenommene im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes volljährig, so werden auf das Annahmeverhältnis die Vorschriften dieses Gesetzes über die Annahme Volljähriger angewandt, soweit sich nicht aus den Absätzen 2 bis 6 ein anderes ergibt. (2) Auf einen Abkömmling des Kindes, auf den sich die Wirkungen der Annahme an Kindes Statt nicht erstreckt haben, werden die Wirkungen der Annahme nicht ausgedehnt. (3) Hat…

Quelle: Familiengesetzbuch der DDR 1965

 

 

 

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Adoption – vielschichtig

Es gibt, wenn man es so sehen will, drei Seiten einer Adoption. Die leiblichen Eltern, Adoptiveltern und die adoptierten Kinder.
Für die leiblichen Eltern ist eine Adoption mit Trennung, Schmerz und Trauer verbunden.
Für die Adoptiveltern ist es Freude und eine Chance. Eine Chance auf Familienbildung und die Möglichkeit, einem Kind familiäre Wärme und Geborgenheit zu geben.
Für die Kinder wird Adoption meist erst dann zum Thema, wenn sie erfahren, dass sie adoptiert wurden. Viele Adoptierte machen sich irgendwann auf die Suche nach ihren eigenen Wurzeln.
Wir möchten versuchen Familien, welche von Adoption betroffen sind und Hilfe benötigen, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Unser Ratgeber enthält Hinweise, die Sie bei der Suche nach Angehörigen nutzen können. Dieser Wegweiser, soll Ihnen die Möglichkeit geben, sich in dem Dschungel der Behörden und Institutionen besser zurecht zu finden.
Wir möchten allen Betroffenen, von Adoption in Österreich, eine Anlaufstelle für Fragen und Probleme bieten.
Wir greifen dazu auf unsere mehrjährigen Erfahrungen in der Personensuche und unzähligen Beratungsgesprächen mit Suchenden, Adoptierten und Eltern zurück.
Wir arbeiten nur mit seriösen Organisationen zusammen und Sie werden immer und umgehend Antworten auf Ihre Fragen erhalten und über den Verlauf Ihrer Suche informiert.

Autor: Chris W.

Jeder Mensch ist Einmalig! – Sein Schicksal auch!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Jugendwohlfahrtsgesetz Österreich

Aufgaben Die öffentliche Jugendwohlfahrt (JW) hat nach § 1 Abs. 1 Oö. Jugendwohlfahrtsgesetz 1991 (Oö. JWG 1991) die Aufgabe, für die Betreuung von Müttern, werdenden Müttern und ihrer Leibesfrucht sowie von Säuglingen, Kleinkindern und deren Eltern vorzusorgen (Mutterschafts-, Säuglings- und Kleinkinderfürsorge), die persönliche und soziale Entfaltung Minderjähriger und deren Pflege und Erziehung durch geeignete Maßnahmen zu fördern und zu sichern (Jugendfürsorge) und dieweiterlesen

 

 

 

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Familie in Zahlen 2017

 

Das Österreichische Institut für Familienforschung an der Universität Wien (ÖIF) führt als unabhängiges wissenschaftliches Institut anwendungsorientierte Studien und Grundlagenforschung zur Struktur und Dynamik von Familien, Generationen, Geschlechtern und Partnerschaften durch. Die Kooperation mit internationalen Forschungseinrichtungen und die familienpolitische Beratung zählen dabei ebenso wie die umfangreiche Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu den Hauptaufgaben des…

 

 

 

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Behördenliste DE

Ämter erfüllen in der öffentlichen Verwaltung eine wichtige Funktion. Statistische Ämter erheben beispielsweise Daten über die Bevölkerung oder die erbrachte Wirtschaftsleistung des Landes. Ämter in Deutschland sind im Gegensatz zu Ämtern im Ausland vielfach besser organisiert. Das Auswärtige Amt wird vom Bundesaußenminister geleitet. Auch das Amt erfüllt eine wichtige Funktion in der Zusammenarbeit mit anderen Nationen. Auch das Amt für Reaktorsicherheit, zumeist im Bundesumweltministerium, je nach Zusammensetzung der Bundesregierung auch im Wirtschaftsministerium angesiedelt, erfüllt eine wichtige Funktion. Für den einzelnen Bürger relevant ist hingegen vielfach das Jobcenter.




Datenschutzbedarf für den elektronischen Personalausweis

 

Der Umgang mit elektronischen Identitäten im virtuellen Raum des Internets ist in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung. Hier hinein spielen unter Datenschutzgesichtspunkten neben der Identitätsfeststellung, also der Identifizierung im engeren Sinne, auch die Authentifizierung, also die Sicherung der Identität, und die Autorisierung, also die Zuweisung von Rechten, etwa im Rahmen von Altersverifikationssystemen. Dabei handelt es sich um zentrale Fragen des Systemdatenschutzes,…

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Adressenermittlung

Da es in anderen Ländern im Unterschied zu Deutschland mitunter keine Meldepflicht und somit auch keine Einwohnermeldeämter gibt, ist es schwierig, aktuelle Adressen von gesuchten Personen zu ermitteln. Die deutschen Auslandsvertretungen können keine Nachforschungen durchführen.

Von Deutschland aus können Sie alle im französischen Telefonbuch eingetragenen Informationen über das Internet erhalten. Das französische elektronische Telefonbuch mit Adressen und Telefonnummern privater Haushalte finden Sie unter www.pagesblanches.fr, die gelben Seiten unter www.pagesjaunes.fr. Eine weitere Internetseite zur Ermittlung von Adressinformationen ist www.infobel.com, diese Seite kann auch in deutscher Sprache aufgerufen wer- den, die Ergebnisse sind jedoch nicht immer identisch mit den Seiten der „pages blanches“.

Anschriften von Detekteien, die in Frankreich Nachforschungen anstellen, können beim Syndicat national des agents de recherches privées (S.N.A.R.P.) erfragt werden. Hier können Sie Merkblätter zur Rechtslage zu verschiedenen Ländern herunter laden.

Länder-Informationen

 

 

 

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Tränen aus Eis oder das gestohlene Leben

Dresden, Juwel am Elbufer, ein barocker Kuss in der Landschaft.
Diese Stadt war nicht nur mein Geburtsort, meine Heimat, sie war viel mehr. Ich liebte und liebe diese Metropole der sächsischen Könige und das zauberhafte Land umher abgöttisch. Besonders deshalb, weil dort die beiden mir liebsten Menschen lebten. Weil sie mich genauso liebten wie ich sie: meine Großeltern. Sie waren der Mittelpunkt in meinem Kinderland.

Opa war Wissenschaftler. Der Denker der Familie. Oma war ein Allroundtalent: Hausfrau, Köchin, Gärtnerin, Organisatorin, Putzfrau, Schneiderin, Handwerkerin und eine hervorragende Repräsentantin für die vielen ausländischen Gäste meines Großvaters. Vor allem aber war sie eine liebevolle Oma und eine strenge Erzieherin. Das Anstands-Regel-Buch des Freiherrn von Knigge konnte ich irgendwann fast auswendig, so oft hat mir Oma die Regeln vorgebetet. Stinksauer war ich deswegen. Heute weiß ich, wie wichtig ihr Handeln war, dass sie mir damit die besten Grundlagen für das Leben mitgegeben hat. Regeln, Werte, Maßstäbe … Die beiden alten Herrschaften waren für mich etwas ganz Besonderes. Der Einzige, der noch vor ihnen rangierte, war Gott.
So sah ich das damals, als kleines Mädchen.
Das Haus meiner Großeltern lag in den Weinbergen. Nicht ganz oben, aber trotzdem hoch genug für mich.
Es war ein Kinderparadies. Die Tage brachten mir nichts Schöneres, als draußen herumzustromern und die Gegend zu erkunden. Je schönere Plätze ich entdeckte, umso mehr liebte ich dieses Fleckchen Erde. Ich gehörte dorthin und besonders in die Weinberge. Alles drum herum gehörte mir. Nur mir.
Nicht weit entfernt: die Grundschule, ein kleines Gebäude.

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